Pressemitteilung - Konzert
Dienstag, 17. Februar 2009, 20 Uhr
Hubert-Burda-Saal Jüdisches Zentrum Jakobsplatz
19:00 Uhr Synagogenführung (mit 30 ! Karten)
Anmeldung bis zum 13.02
telefonisch 089 15909750 oder per E-mail synagoge@orchester-jakobsplatz.de
Karten: ! 30, 20, 12 zzgl. Vorverkaufsgebühr
Süddeutsche Zeitung Tickets
Tickethotline: 0180 1100 1200
www.sz-tickets.de
München Ticket
Telefon: 0180 5481818
und Abendkasse
Information über das Orchester:
Dr. Julia Grossmann, Orchestermanagement, Freunde des Orchesters Jakobsplatz
e.V.
Lechstraße 11, 80638 München,
tel 089-15909750, fax 089-15980509,
info@orchester-jakobsplatz.de
Pressekontakt: PR Ute Armanski, Tel. 089-4480238, info@pr-armanski.de
Pressefotos: www.orchester-jakobsplatz.de, www.danielgrossmann.de
Programm
Paul Ben-Haim (1897-1984):
Machet die Tore weit
Kabbalat Schabbat
Johann Sebastian Bach (1685-1750):
Non sa che sia dolore BWV 209
Valerie Condoluci, Sopran
Christian Miedl, Bariton
Noemi Györi, Flöte
Kammerchor des Orchesters Jakobsplatz München (Chorleiter Martin
Danes)
Daniel Grossmann, Dirigent
Werke
Paul Ben-Haim: Kabbalat Schabbat
1966 bekam Paul Ben-Haim von der National Federation of Temple Youth
in den USA einen Kompositionsauftrag für einen
Schabbat Gottesdienst. Das Werk sollte für den Gebrauch in Reform-Synagogen
geeignet sein. Die Uraufführung fand
1968 im Lincoln Center zum 20. Jahrestag der Gründung des Staates
Israel statt. Kurze Zeit später wurde es im Tempel
Israel in Boston zum ersten Mal als Schabbat Gottesdienst aufgeführt.
Paul Ben-Chaim: Machet die Tore weit
Die Motette für Sopransolo und 8 Instrumente wurde im Frühjahr
1961 in Tel Aviv komponiert. Es entstand anlässlich eines
Paul Ben-Haim Kompositionsabend im Rahmen der Berliner Festwochen. Das
Werk gliedert sich in 5 untereinander
organisch verbundene Abschnitte und basiert auf den Worten des 150. Psalms.
Ohne orientalische Musik zu zitieren oder zu imitieren, entstand die
Gesamtkonzeption des Werkes aus dem Geist der
nahöstlichen jüdischen und arabischen Musik, die eher statisch
ist und die daher lieber mit kleinen Varianten wiederholt,
als steigernd entwickelt.
Johann Sebastian Bach: Non sa che sia dolore
Unter Bach´s weltlichen Kantaten ist diese die einzige mit italienischem
Text. Die Zeit der Komposition ist nicht bekannt,
aber aus dem Text des unbekannten Dichters, der an die Stadt Ansbach
adressiert ist, folgern Bachexperten, dass die
Kantate dem aus Ansbach stammenden Johann Matthias Gesner gewidmet wurde,
der 1730-1734 Rektor der
Thomasschule in Leipzig war. In der Zeit stand Ansbach unter dem Einfluss
der italienischen Kultur. Es wurden nicht nur
Opern von Scarlatti und Cesti aufgeführt, sondern auch italienische
Musiker engagiert.
Mit dem Wechsel zwischen Recitativ und Arie hat Bach seine Kantate für
Sopran Solo ähnlich gegliedert, wie Scarlatti
seine Opern. Die Einleitung ist eine „Sinfonia“, die wie
ein Solokonzert für Flöte und Streicher aufgebaut ist.
Biographien
Paul Ben-Haim wurde 1897 in München als Paul Frankenburger geboren.
Als Sohn einer assimilierten jüdischen Familie
studierte er von 1915 bis 1920 an der Akademie der Tonkunst in München
bei Friedrich Klose und Walter Courvoisier
Komposition sowie bei Berthold Kellermann Klavier. Er war Assistent von
Bruno Walter und Hans Knappertsbusch. 1924
wurde er Kapellmeister in Augsburg, wo er auch als Komponist wirkte.
Wegen seiner jüdischen Herkunft verlor er 1931
seine Stelle. 1933 emigrierte er nach Palästina und nahm den hebräischen
Namen Paul Ben-Haim an. Er lebte als
Komponist und Dirigent in Tel Aviv.
Durch seine Zusammenarbeit mit der Sängerin Braha Zefira lernte
er jüdische und arabische Lieder kennen, deren Melodik
und Rhythmik seine Kompositionen beeinflussten. Auch Synagogalgesänge
und die israelische Folklore prägten Ben-Haims
Stücke. Bald wurden seine orientalisch gefärbten spätromantischen
Werke zum künstlerischen Aushängeschild des jungen
Staates Israel. Künstler wie Leonard Bernstein, Itzhak Perlman,
Jascha Heifetz und Yehudi Menuhin interpretierten sie, und
so entstand eine klingende „Brücke zwischen Ost und West“.
Paul Ben-Haim starb 1984 in Tel Aviv. Er war Lehrer der heutigen Komponistengeneration
und gilt als Vater der israelischen
Musik.
Im Orchester Jakobsplatz München (www.orchester-jakobsplatz.de),
das 2005 von jungen Mitgliedern der Israelitischen
Kultusgemeinde München und Oberbayern gegründet wurde, spielen
professionelle Musiker verschiedener Nationalität
und Religionszugehörigkeit. Als Begegnungsstätte soll es den
Dialog fördern und mit der universellen Sprache der Musik
zu einer Kultur des Zusammenlebens beitragen. Im Orchester spielen Musiker
aus 23 Ländern.
Die wichtigste künstlerische Zielsetzung des Orchesters Jakobsplatz
München besteht in der Aufführung selten gespielter
Werke verfolgter jüdischer Komponisten sowie in der Vergabe von
Kompositionsaufträgen mit jüdischem Bezug.
Der Dirigent Daniel Grossmann wurde 1978 in"München geboren.
Ab dem 5. Lebensjahr erhielt er Klavier-, später auch
Cello- und Gambenunterricht. Seine Dirigierausbildung begann 1993 bei
Dr. Hans-Rudolf Zöbeley in München und wurde
im weiteren an der Metropolitan Opera New York bei Scott Bergeson und
an der Liszt Ferenc Akademie bei Professor Ervin
Lukács in Budapest fortgesetzt. "
1997 debütierte er mit Pergolesis Oper „La serva padrona”.
Seitdem dirigierte er zahlreiche Konzerte im In- und Ausland,
unter anderem mit dem Barockensemble „Capella Savaria”, den
Ungarischen Philharmonikern Debrecen, dem Georgischen
Kammerorchester Ingolstadt und dem Failoni Kammerorchester der Ungarischen
Staatsoper Budapest.
Seit 2000 ist er ständiger Gastdirigent des Jüdischen Sommerfestivals
in Budapest, wo er 2003 Mendelssohns
Violinkonzert mit Igor Oistrach aufführte. Das Konzert wurde vom
Ungarischen Rundfunk und dem Ungarischen Fernsehen
ausgestrahlt.
2004 gründete Daniel Grossmann das Ensemble28, das sich auf historische
Aufführungspraxis spezialisiert hat. Mit diesem
Orchester spielte er Beethovens 3. Symphonie in eben jenem Saal, in dem
die Uraufführung des Werkes unter Leitung des
Komponisten stattgefunden hatte, auf CD ein. Die Aufnahme wurde in der
Besetzung der Uraufführung mit 28 Musikern
gespielt.
Ein Orchester ins Leben zu rufen, das auf die Aufführung von Werken
verfolgter und vergessener jüdischer Komponisten
fokussiert, war Daniel Grossmann seit Jahren ein wichtiges Anliegen.
Mit der Gründung des Orchesters Jakobsplatz
München konnte er diese Idee verwirklichen.
Die Sopranistin Valerie Condoluci gewann Goldmedaillen im Singen und
in Kammermusik in Arras. Danach wurde sie
Mitglied im Opernstudio der Nationaloper in Paris, wo sie unter anderem
mit Christa Ludwig, Renate Scotto und
T. Berganza aufgetreten ist. Dabei sang Sie die Titelrolle in Romeo und
Julia und Pamina in der Zauberflöte. In der Bastille-
Oper trat sie als Frasquita in Carmen, Poussette in Manon, Niece in Peter
Grimes und als Blumenmädchen in Parsifal auf.
Condoluci gewann den Preis „Cercle Carpeaux de l´Opéra
de Paris“ und den Preis der Stadt Paris.
Valerie Condoluci trat auf verschiedenen Bühnen in zahlreichen Rollen
wie in der Oper in Toulouse, beim Sedière´s Festival,
in Nizza, Antibes, Limoges, Oslo, Palermo, Glyndebourne und Leeds auf.
Sie hat in Konzerten mit den Dirigenten E. Krivine,
J. Nelson und D. Klajner zusammengearbeitet.
In diesem Jahr singt sie in Limoges Julia (Romeo und Julia) und Marcelina
(Fidelio), in Monte Carlo Nanetta (Falstaff) und
in Lille und Bordeaux Frasquita (Carmen). 2010 und 2011 kehrt sie in
die Nationaloper in Paris zurück.
Der Bariton Christian Miedl wurde in Passau geboren und schloss an der
dortigen Universität als Diplomkulturwirt ab.
Nach dem 1. Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 1999
studierte er Lied und Oratorium am Salzburger
Mozarteum bei Wolfgang Holzmair. 2003 schloss er mit Auszeichnung ab.
Seine Gesangslehrer sind Kjellaug Tesaker
(Salzburg) und Margreet Honig (Amsterdam), sowie Abbie Furmansky und
John Norris (Berlin). Meisterkurse bei Dietrich
Fischer-Dieskau, Waltraud Meier und Gabriele Schnaut ergänzten seine
Studien. Beim Internationalen Francisco-Viñas-
Gesangswettbewerbs in Barcelona erhielt Christian Miedl 2003 den Konzertpreis.
Ein weiterer Preis wurde ihm von der
Stiftung Deutsches Musikleben verliehen, wie auch die Goldmedaille seiner
Heimatstadt Passau.
Sein Operndebut gab Christian Miedl 1999 am Opernhaus von Seattle in „Die
Zauberflöte“. Es folgte eine Einladung zum
Festival von Aix-en-Provence mit Mozart-Arien und als Demetrius in „Summer
Night´s Dream“ von Wittenbrink.
Derzeit ist Christian Miedl am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert.
Gastverträge führten ihn unter anderem an
das Wuppertaler Opernhaus, das Bremer Theater und die Bayerische Staatsoper
München.
Das Liedschaffen der Klassik bis hin zur Musik der Zeitgenossen spielt
für Christian Miedl von Beginn an eine zentrale
Rolle. Die durchdachten, thematisch zusammengestellten Liedprogramme
umfassen ein reiches Repertoire, mit dem er
unter anderem zu Recitals beim Schweizer Festival du Lied, bei der renommierten
spanischen Schubertiade Vilabertrán, ins
Hugo-Wolf-Geburtshaus nach Slowenien sowie in die Bayreuther Villa Wahnfried
eingeladen wurde.
Zu den Dirigenten, mit denen Christian Miedl arbeitet, gehören Pierre
Boulez, Kent Nagano, Dennis Russell Davies, Peter
Eötvös, Enoch zu Guttenberg, Claus Peter Flor und Yoel Levi.
Bei der Aufführung der Kammeroper von Viktor Ullmann „Der
Kaiser von Atlantis“, eine Kooperation des Orchesters
Jakobsplatz München mit der Bayerischen Staatsoper in Herbst 2007,
hat Christian Miedl die Titelrolle gesungen.
|