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Pressemitteilung - Konzert

Donnerstag, 23. April 2009, 20 Uhr
Hubert-Burda-Saal, Jüdisches Zentrum Jakobsplatz
19:00 Uhr Synagogenführung (mit 30,- Euro Karten)

Anmeldung bis zum 17.04
telefonisch 089 15909750 oder per E-mail synagoge@orchester-jakobsplatz.de
Karten: Euro 30,-20,-12,-
zzgl. Vorverkaufsgebühr
Süddeutsche Zeitung Tickets
Tickethotline: 0180 1100 1200
www.sz-tickets.de

München Ticket
Telefon: 0180 5481818
und Abendkasse


Sonntag, 26. April 2009 19 Uhr
Synagoge Augsburg, Halderstr. 6-8
Karten: Euro 20,-, 15,-

Kulturzentrum der IKG Augsburg-Schwaben
Telefon: 0821 5099327
Jüdisches Kulturmuseum Schwaben
Telefon: 0821 513658
und Abendkasse


Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op.37
(Kadenz von Erwin Schulhoff)
Erwin Schulhoff (1894-1942)
Die Mondsüchtige
Maurice Ravel (1875-1937)
Deux melodies hebraiques

Elena Rachelis, Klavier
Nikola David, Kantor
Daniel Grossmann, Dirigent


Pressekontakt: PR Ute Armanski, Tel. 089-4480238, info@pr-armanski.de
Pressefotos: www.orchester-jakobsplatz.de, www.danielgrossmann.de

Im Orchester Jakobsplatz München (www.orchester-jakobsplatz.de), das 2005 von jungen Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern gegründet wurde, spielen professionelle Musiker verschiedener Nationalität und Religionszugehörigkeit. Als Begegnungsstätte soll es den Dialog fördern und mit der universellen Sprache der Musik zu einer Kultur des Zusammenlebens beitragen. Im Orchester spielen Musiker aus 23 Ländern.
Die wichtigste künstlerische Zielsetzung des Orchesters Jakobsplatz München besteht in der Aufführung selten gespielter Werke verfolgter jüdischer Komponisten sowie in der Vergabe von Kompositionsaufträgen mit jüdischem Bezug.

Erwin Schulhoff wurde 1894 in Prag geboren. Durch eine Empfehlung von Antonín Dvo!ák konnte er bereits siebenjährig den Klavierunterricht bei Jindrich Kaan aufnehmen und mit zehn Jahren ins Konservatorium eintreten. Seine pianistische Ausbildung bei Willi Thern in Wien, Robert Teichmüller in Leipzig und Carl Friedberg und Lazzaro Uzielli in Köln verband der auch kompositorisch frühreife Knabe mit Studien bei Max Reger (1907-1910).
1924 nach Prag zurückgekehrt, setzte er sich als Konzertveranstalter und Pianist für die Zweite Wiener Schule ein und unternahm Konzertreisen nach Salzburg, Venedig, Genf und Oxford. Schulhoff interessierte sich für alle radikalen Richtungen der Avantgarde, für Dadaismus und Jazz (er schrieb u.a. das Jazz-Oratorium HMS Royal Oaks und sein bekanntestes Werk, die Hot Sonate). Er setzte sich für die Vierteltonmusik von Alois Hába ein und ließ sich von Impressionismus, Expressionismus und Neoklassizismus beeinflussen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wandte sich Schulhoff der kommunistischen Bewegung zu und vertonte u.a. das «Kommunistische Manifest». Nach 1933 wurden seine Werke als entartete Musik gelistet und die für Berlin geplante Erstaufführung
seiner Oper «Flammen» wurde verhindert. In den 30er Jahren wandte er sich der Ästhetik des "Sozialistischen Realismus" zu. Er wollte für die kommunistische Weltrevolution kämpfen und mit seiner Familie nach Russland übersiedeln. Er schrieb Kampflieder und verfasste eine Kantate auf das Manifest von Marx und Engels. Nachdem er im Mai 1941 die Sowjetische Staatsbürgerschaft erhalten und am 13. Juni die gültigen Einreisepapiere in Händen hatte, überfiel die deutsche Wehrmacht die UdSSR. Durch die deutsche Kriegserklärung an die Sowjetunion wurde Schulhoff plötzlich Bürger eines Feindstaates. Am 23. Juni wurde er in Prag interniert und in das Lager für Bürger anderer Staaten auf der Wülzburg bei Weißenburg/Bayern deportiert, wo er am 18. August 1942 an den Folgen von Unterernährung, Erschöpfung und Krankheit starb.

Maurice Ravel „Deux Mélodies Hébraiques“ (1914) basieren auf originalen Melodien: das feierliche Totengebet „Kaddisch“ ist auf aramäischer, und „L’Énigme éternelle“ (Die alte Casche) auf jiddischer Sprache verfaßt. Die zwei Lieder repräsentieren unterschiedliche Ausprägungen jüdischer Musikkultur: „ Kaddisch“ die liturgische Hochkultur, „Die alte Casche“ die naive Volkskultur.

Künstler:
Die Gründung des Orchesters Jakobsplatz München war eine Initiative seines 1978 in München geborenen Dirigenten Daniel Grossmann, der auch der künstlerische Leiter des Orchesters ist.
Die Pianistin Elena Rachelis ist 1981 in Taschkent geboren. 2001 übersiedelte sie nach Deutschland. Sie tritt als Solistin und Kammermusikerin deutschlandweit auf.
Der Tenor Nikola David ist neben seiner Tätigkeit als Opern- und Konzertsänger Kantor der Synagoge in Augsburg.

 
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